17. Juni 2018

287 Hortplätze für Bremer Grundschulkinder fehlen – LINKE fordert zusätzliche Gruppen

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Endlich hat in dieser Woche das Ressort für Kinder und Bildung des Bremer Senats die Zahlen vorgelegt, wie viele Kinder für das kommende Schuljahr 2018/19 keinen Platz in einer Nachmittagsbetreuung bekommen haben.

Nach Abschluss des Vergabeverfahrens am 30. April 2018 waren noch 368 Kinder unversorgt, diesen standen noch 81 offene Plätze in Horten gegenüber. Diese offenen Plätze sind jedoch nicht immer in den Ortsteilen, in denen die Bedarfe vorhanden sind. Daher fehlen rechnerisch 287 Hortplätze in der Stadt Bremen, in der Praxis wahrscheinlich sogar noch etwas mehr.

Besonders vom Mangel betroffen sind Blumenthal (87 fehlende Plätze), Huchting (56) und Osterholz (39), aber auch in Walle, Findorff oder Horn-Lehe stehen noch über 20 Kinder auf Wartelisten. Die Zahlen unversorgter Kinder im Grundschulalter wurden dieses Jahr erstmals von der Senatorin für Kinder und Bildung veröffentlicht, nachdem aufgrund einer Bürgerschaftsinitiative der Linksfraktion die statistische Erfassung des Bedarfes verändert wurde.

 „Wir haben ja schon immer geahnt, dass es viele unversorgte Grundschulkinder bei der Nachmittagsbetreuung gibt, nun haben wir es schwarz auf weiß. Die konkrete Höhe erschreckt uns dann aber doch noch einmal, 287 fehlende Hortplätze stellt eine unerwartet große Zahl dar“, kommentiert Kristina Vogt die Zahlen. Als Ursache des Mangels macht die Bildungsexpertin der LINKEN die schlechte Koordinierung von Ganztagsschulausbau und Hortplanung beim Senat aus. „Der Senat hat seit Jahren verkündet, mehr Ganztagsschulplätze zu bieten und deswegen keine Hortplätze mehr zu brauchen. Dementsprechend hat er kontinuierlich Hortplätze abgebaut, mehr als 650 sind seit 2009 verschwunden. Zumindest ein Teil dieser Plätze wird nun dringend gebraucht.“ Die Linksfraktionsvorsitzende  fordert, dass mindestens zehn Hortgruppen zum Sommer 2019 reaktiviert werden, um den Bedarf bei der Nachmittagsbetreuung aufzufangen. Zum jetzt beginnenden Schuljahr erwarten wir, dass der Senat den betroffenen Eltern Übergangslösungen anbietet."

Auch aus den betroffenen Stadtteilen kommt Kritik. „Die Anzahl an Hortplätzen im Stadtteil Blumenthal reicht vorn und hinten nicht. Die Eltern melden ihre Kinder für einen Hortplatz doch nicht deshalb an, um mehr Freizeit für sich zu haben“, so die Nordbremer Linkspartei-Politikerin Maja Tegeler. „Oft hängen da Existenzen dran, ob das Kind auch nach 13 Uhr betreut ist oder nicht“, ergänzt der Bremer Nordwest-Kreissprecher Karl Brönnle. „Wenn man den Job aufgeben muss, weil das Kind nicht versorgt ist, kann es gerade bei Alleinerziehenden die Existenz gefährden“, fügt das Huchtinger Beiratsmitglied Michael Horn hinzu. „Wenn Mama oder Papa zuhause bleiben müssen wird es auf Dauer für Bremen teuer, weil die Kommunen für die Grundsicherung ihrer Bürger*innen selbst aufkommen müssen. Also müsste der Senat doch auch ein Interesse haben, dass alle Kinder untergebracht werden“, meint der Kommunalpolitiker.

„Die Zeit drängt, kümmert Euch endlich“, lautet daher die Forderung kinder- und bildungspolitische Sprecherin der Huchtinger LINKEN, Lucie Horn, die als Mutter zweier Kinder selbst auf eine Hortbetreuung angewiesen ist, in Richtung Senat. Denn in gut acht Wochen beginnt das neue Schuljahr. [Red.]

Quelle: http://www.dielinke-bremen-nordwest.de/politik/aktuelles/detail/artikel/287-hortplaetze-fuer-bremer-grundschulkinder-fehlen-linke-fordert-zusaetzliche-gruppen-2/