6. Mai 2018

Gedenkveranstaltung zum Ende des Zweiten Weltkriegs

Dabei nahm er Bezug auf einen Text des 2015 verstorbenen Soziologen Arno Klönne, der bezweifelte, dass außer einem allgemeinen Aufatmen über das Kriegsende die Befreiung vom Nazi-Faschismus als solche von der Mehrheit positiv bewertet wurde. Denn abgesehen von unmittelbar Befreiten, wie zum Beispiel Kriegsgefangenen, fehlte es in Deutschland an einer breiten Opposition zum Faschismus, die sich durch das Kriegsende hätte befreit fühlen können. Selbst 40 Jahre später wurde der 8. Mai immer noch bei vielen als Tag des "Zusammenbruchs" erinnert und entsprechend erhielt Bundespräsident Richard von Weizsäcker 1985 vernehmbaren Widerspruch, als er vom Tag der Befreiung sprach.


Aktuell wird sich in bestimmten Bevölkerungskreisen an einer Neuinterpretation deutscher Geschichte versucht und "Schluss mit dem Schuldkult" gefordert. Umso mehr wäre es an der Zeit, den 8. Mai als positiv besetzten Gedenktag in das öffentliche Bewußtsein zu rücken. Als Ausgleich zu den vielen katholischen Feiertagen war vor kurzem ein Feiertag in den protestantischen Bundesländern in der Diskussion - leider läuft es in Norddeutschland auf den umstrittenen "Reformationstag" hinaus. Wieder eine verpasste Chance!

(Foto und Text: KB)

Quelle: http://www.dielinke-bremen-nordwest.de/politik/aktuelles/detail/artikel/gedenkveranstaltung-zum-ende-des-zweiten-weltkriegs/