11. November 2014

Gedenkfeier in Gröpelingen

Am Montagabend gedachten 50 Gröpelingerinnen und Gröpelinger am ehemaligen jüdischen Altenheim in der Gröpelinger Heerstraße 167 der Opfer der Reichspogromnacht vor 76 Jahren. 77 Jüdinnen und Juden wohnten 1938 in diesem Gebäude. Am 23. Juli 1942 wurden von diesem Ort aus 163 Menschen nach Theresienstadt deportiert.

SPD, DIE LINKE und der VVN - Bund der Antifaschisten legten an der Gedenktafel Kränze nieder. Barbara Wulff und Raimund Gaebelein hielten kurze Reden.

Wulff erinnerte unter anderem daran, dass Gröpelingen als erster Stadtteil einer bundesdeutschen Großstadt die Auszeichnung "Gröpelingen gegen Rassismus - Gröpelingen mit Courage" erhielt.

Gaebelein zeigte sich erschrocken angesichts der Bilder aus Köln, als dort vor einigen Wochen bei einer rechtsradikalen Hooligan-Demo die Bremer Nazi-Band ‚Kategorie C‘ an der Spitze eines schwarz-braunen Mobs gegen Minderheiten aufmarschierte und deren Vertreibung forderte. „Heute erleben wir, wie wieder Menschen auf der Flucht sind vor Unterdrückung, Krieg oder politischer, religiöser beziehungsweise ethnischer Verfolgung. Weniger Flüchtlinge schaffen es nach Deutschland. In Erinnerung an die Geschichte sind wir verpflichtet, sie bei uns aufzunehmen. Glücklicherweise haben wir in Bremen eine Willkommenskultur entwickelt, die auf die Geflohenen zugeht und sie einbezieht in unser Gemeinschaftsleben. Daran sollten wir weiterarbeiten“, so Gaebelein.