2. November 2016

Buslinien erhalten – Bremen-Nord nicht abhängen!

Mit dem Winterfahrplan 2016/17 wird in Bremen-Nord die Buslinie 87 der BSAG eingestellt. Weitere Einschränkungen des Busverkehrs in Bremen-Nord sollen ab dem Winter 2017/18 greifen. So sollen die Buslinien 96 und 97 gestrichen werden; die Linie 98 soll generell nicht mehr über Bahnhof Aumund fahren. Viele Bürgerinnen und Bürger in Bremen-Nord müssen damit dann die Erfahrung machen, dass Haltestellen, die für sie wichtig sind, nicht mehr angefahren werden.

Ihre Mobilität wird eingeschränkt. Ihre Wohnregion oder ihre Zielstationen, unter anderem die Seniorenheime, werden als weniger wichtig eingestuft.

Begründet wird dies mit Kosteneinsparungen und der geringen Fahrgästeauslastung. Die Beiratsfraktion der LINKEN in Vegesack kritisiert die Reduzierungen des Busverkehrs in Bremen-Nord scharf und weist die Argumentation der BSAG zurück. „Wenn Buslinien entfallen beziehungsweise nur eingeschränkt weitergeführt werden, müssten durch die Fahrgäste weite Fußwege oder lange Wartezeiten in Kauf genommen werden, denn nicht alle sind in der Lage, auf das Fahrrad oder Auto auszuweichen, um ihre Termine wahrnehmen zu können“, heißt es in einer Pressemitteilung. Insbesondere gesundheitlich eingeschränkte Menschen oder Mütter mit kleinen Kindern träfe eine Verlängerung der Taktzeiten unverhältnismäßig hart.

„Der öffentliche Nahverkehr hat auch einen Versorgungsauftrag. Er muss sicherstellen, dass die Bürgerinnen und Bürger ihre Mobilitätsrechte verwirklichen können“, meint die Bürgerschaftsabgeordnete Claudia Bernhard. Sie hat mit ihren Fraktionskolleg*innen einen Antrag in der Bürgerschaft eingereicht, mit dem das Parlament den Senat unter anderem auffordern soll, die Linie 87 zu erhalten, bis Alternativen geschaffen sind, durch die Einschränkungen für die Mobilität der Nutzerinnen und Nutzer vollständig vermieden werden. Ferner sollen die weiteren vorgesehenen Einschränkungen von Buslinien in Bremen-Nord ebenfalls zurückgestellt werden, bis Alternativen geschaffen sind, durch die Einschränkungen für die Mobilität der Nutzerinnen und Nutzer vollständig vermieden werden.

„Wenn die Linienplanung und die Taktzeiten sich zunehmend danach richten, wo die Fahrgastzahlen hoch sind, dann findet automatisch ein Abhängen von bestimmten Ortsteilen und sozialen Gruppen statt. Es greift eine Tendenz der Gentrifizierung des öffentlichen Nahverkehrs. Das aber widerspricht seinem Auftrag“, so Bernhard abschließend. [Christoph Spehr]