30. September 2016

Aus der Stadtbürgerschaft: Gröpelinger Streichelzoo erhalten!

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Die Abgeordneten diskutierten die Petition des Kreissprechers der LINKEN in Bremen Nord-West, Bernd Brejla, die von 744 Mitzeichner*innen unterstützt wurde.

Seit fast 20 Jahren ist der Gröpelinger Streichelzoo ein wichtiger sozialer Anlaufpunkt im Stadtteil. Was als Anwohnerinitiative begann, hat sich im Laufe der Zeit zum Projekt "Wilder Westen" mit Streichelzoo, Spielhaus und Suppenküche entwickelt. Gemeinsam und unter dem Dach des "Wilden Westen" wurde ein niedrigschwelliges, lebendiges Zentrum gemeinschaftlichen Lebens und Miteinanders über kulturelle Grenzen hinaus in diesem Quartier geschaffen. Der Streichelzoo wurde eine gut besuchte Freizeiteinrichtung und hat gleichzeitig vielen Menschen eine sinnvolle und sinnstiftende Beschäftigung ermöglicht. Nicht selten haben Menschen so den Sprung in den 1. Arbeitsmarkt geschafft.

Durch die Schließung des Streichelzoos wird dem Projekt "Wilder Westen" und somit den Kindern, Eltern und Anwohner*innen eine wichtige Erlebniswelt und ein wesentlicher Bestandteil des Projektes genommen. Den in diesem Quartier lebenden Menschen geht ein kostenloser Ort der Begegnung und des Miteinanders verloren. Kindern, die ansonsten keinen Kontakt zu Tieren haben, wird ein sozialer Lernort in einem ohnehin schon stark benachteiligtem Quartier genommen. Ein über Jahre durch engagierte Arbeit sozial befriedeter Freizeit- und Erlebnisort geht durch die Schließung des Streichelzoos verloren - dies kann ernste sozialpolitische Folgen nach sich ziehen.

„Es hätte durchaus Möglichkeiten gegeben, die Tierhaltung fortzuführen. Was fehlt, ist der politische Wille, das Projekt aufrechtzuerhalten“, kritisierte Kristina Vogt in der Debatte. Schließlich gäbe es auch in zwei anderen Stadtteilen Bremen so genannte „Stadtteilfarmen“ mit Tierhaltung. „Mir kann niemand erzählen, dass es keine Lösungen gegeben hätte. Die anderen Stadtteilfarmen müssen den verschärften Tierschutz doch auch einhalten und schaffen das – es hätte doch möglich sein müssen, das Knowhow von dort nach Gröpelingen zu übertragen.“  

Der Streichelzoo im Wilden Westen sei nicht wegen verschärften Tierschutzgesetzen geschlossen worden, „sondern weil der Senat nicht die notwendigen Finanzmittel zur Verfügung stellen und auch nicht die dauerhaft notwendigen Stellen schaffen wollte“.

Klicken Sie bitte hier, wenn Sie sich den Redebeitrag (mp3) anhören möchten. [mh]