Am 4. Dezember statteten die Bürgerschaftsabgeordnete der LINKEn, Sirvan Cakici, in Begleitung der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Sofia Leonidakis und der Blumenthaler Beiratsmitglieder Anke Krohne und Monika Eichmann der Tami-Oelfken-Schule im Blumenthaler Stadtteil Lüssum einen Besuch ab. Zusammen mit der Rektorin Syltje Töpper-Hurrle, der Konrektorin Christa Allen und dem Konsulatslehrer Ramazan Düzgün wurde die besondere Situation der Schule beleuchtet.
Die Schule befindet sich in einem sogenannten sozialen Brennpunkt. Sie hat zur Zeit 205 Schüler, davon sehr viele mit Migrationshintergrund. Es gibt für Schüler und auch für Eltern sehr viele attraktive Angebote, die es an anderen Schulen nicht in dem Umfang gibt. Dazu gehören z. B. "Mama lernt Deutsch", "Hand in Hand" für die Eltern und TrommelAG, ZirkusAG, GartenAG, Leseclub, Sport, Förderangebote der Hans-Wendt-Stiftung und auch Unterricht in Türkisch als Muttersprache für die Schüler.
Es wird großer Wert auf eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern gelegt, was teilweise wegen Sprach- und auch anderen Problemen sehr schwierig ist. Trotzdem hat die Schule es in diesem Jahr geschafft, alle Schüler mit auf die Klassenfahrten zu nehmen, sämtliche Eltern waren mit der Fahrt ihrer Kinder in die Schullandheime einverstanden.
Besonderes Thema war der Einsatz der sogenannten Konsularlehrer, die in verschiedenen Schulen in Bremen türkische Kinder in deren Muttersprache unterrichten. Im Lande Bremen gibt es 13 Konsularlehrer, wovon zwei in Bremerhaven und drei in Bremen-Nord unterrichten.
Herr Düzgün erzählte von seinem Arbeitsalltag, der natürlich auch den Kontakt mit den Eltern einschließt. Die Tami-Oelfken-Schule ist eine Ganztagsschule, so daß dort die Kinder nicht wie in anderen Schulen zusätzlich zum normalen Unterricht nachmittags ihre Türkisch-Stunden bekommen, sondern in freien Stunden im Verlaufe des Tages. In der Schule wird Frühstück und Mittagessen angeboten.
Der Türkischunterricht findet an drei Tagen in der Woche mit etwa 70 Schülern insgesamt statt. Daß diese mit Freude bei der Sache sind, konnten die Besucher beobachten. Herr Düzgün berichtete auch von guter Zusammenarbeit mit der Schulleitung sowie den Lehrern und den Eltern . Er selber sitzt gerade an seiner Doktorarbeit über die "Vorurteilspsychologie zwischen türkischen Eltern und deutschen Lehrern", und die dabei erworbenen Erkenntnisse werden von ihm auch gleich umgesetzt.
Insgesamt war es ein sehr informativer Besuch mit viel Informationen seitens der Schulleitung und des Konsularlehrers. Die Schule hat einen Webauftritt, er ist hier zu finden.