Nun ist die Katze aus dem Sack: Die ersten Eltern, deren Kinder nicht an einer Schule im Westen beschult werden können, haben am 11. März 2010 von der Bildungsbehörde telefonisch „angeboten“ bekommen, die Kinder könnten in Marßel, Vegesack oder Hemelingen beschult werden. „Ein Skandal ohnegleichen,“ so Kristina Vogt, bildungspolitische Sprecherin der Waller Linksfraktion. „Da wird monatelang davon geredet, das neue Schulgesetz führe dazu, dass die Kinder endlich wohnortnah beschult werden könnten und dann mutet man Fünftklässlern einen 15 km langen Schulweg zu. Dabei stand bereits vor einem Jahr fest, dass die Rechnung der Bildungsbehörde nicht aufgeht, weil im Westen schon in den vergangenen Jahren zu wenig Schulraum zur Verfügung stand.“ Die im Schulgesetz vorgeschriebene und auch dringend notwendige Reduzierung der Klassenfrequenzen verschärft das bereits vorhandene Problem.
„Die Bildungsbehörde muss hier schnell andere Lösungen finden“ so Michael Horn, Sprecher der Waller Linksfraktion, „und zwar nicht wie bisher zu Lasten der Schulen im Bremer Westen.“
Kristina Vogt ergänzt: „ Die aktuellen Zahlen belegen, dass man zwei bis drei weitere Klassen im Westen benötigt. Sogar dann, wenn man diejenigen Kinder, die an Privatschulen angemeldet werden, bereits herausrechnet. Die soziale Situation im Westen rechtfertigt Klassenfrequenzen von höchstens 20 Kindern. Der Bau einer weiteren Schule im Westen ist überfällig. Zudem klagen Schulleiter an den weiterführenden Schulen im Bremer Westen bereits seit Jahren, dass sie mehr Klassen einrichten müssen, als die Schulgebäude eigentlich hergeben.“
Die Fraktion der Waller Linken bietet betroffenen Eltern Unterstützung an. „Wichtig ist, dass die Eltern sich zu Wort melden“ meint Michael Horn. Erreichbar ist die Fraktion unter beirat-walle@dielinke-bremen.de.