14. Juni 2018

‚Neue Straßenbahn' ohne neue Gleise ist kein großer Wurf

Foto: mh

Klaus-Rainer Rupp

Der grüne Verkehrssenator Joachim Lohse stellte am Dienstag eine neue Straßenbahnlinie 5 vor, die auf bereits vorhandenen Gleisen den Bahnhof und das Messezentrum an den südlichen Teil der Überseestadt anbinden soll. Auf der geplanten Strecke in der Überseestadt fährt bereits heute die Linie 3.

Die Linie 5 soll von Montag bis Freitag verkehren. Lohse erhofft sich demnach eine ‚erhebliche Verbesserung und Verlagerung des Verkehrs vom Auto auf die Straßenbahn', denn ‚mit dieser neuen Linie wird sich der ÖPNV zu attraktiven Alternative für diesen dynamisch wachsenden Stadtteil entwickeln'.

„Jede kleine Verbesserung bei der ÖPNV-Infrastruktur in der Überseestadt ist richtig, weil das Stauchaos enorm ist. Tatsächlich wird diese ‚neue Linie' ohne neue Straßenbahngleise aber wohl weniger bringen, als vom Senator für die Wahlkampfzeit erhofft", so der Bürgerschaftsabgeordnete Klaus-Rainer Rupp.

„Bei einem komplett neu errichteten Stadtteil hätten von Anfang an Gleise bis zur Wasserkante gelegt werden müssen, dieses Versäumnis rächt sich jetzt. Weite Teile der nördlichen Überseestadt bleiben abgekoppelt, die Bahn fährt nach wie vor am Zentrum der Überseestadt vorbei, statt hinein", meint der verkehrspolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE. „Von einer Lösung der Verkehrsprobleme in der Überseestadt ist die jetzige Maßnahme weit entfernt. Auch die Streckenführung zum Messezentrum ist wenig ambitioniert: Die Menschen in Findorff fordern zurecht endlich wieder einen vernünftigen Anschluss an den Hauptbahnhof. Eine wirklich neue Linie 5 muss sowohl die Überseestadt, als auch Findorff an den Hauptbahnhof anbinden."