6. Juli 2017

Unsere Spielplatz-Tour in Bremen-Nord

Am 5. Juli 2017 haben wir verschiedene Spielplätze in Bremen-Nord auf ihre Tauglichkeit hin geprüft. Aus der Bürgerschaftsfraktion der LINKEN mit dabei waren Kristina Vogt (Fraktionssprecherin) und Sofia Leonidakis (Sprecherin für Kinder- und Jugendpolitik), außerdem Doris Achelwilm als Pressesprecherin und Kandidatin für die Bundestagswahl (Landesliste).

Sieben Spielplätze von Burglesum bis Blumenthal konnten wir in der verfügbaren Zeit aufsuchen. Hier in Kürze, was uns dabei auffiel.

Spielhaus Fockengrund Die Betreuung durch das Spielhaus wertet den Spielplatz sehr stark auf. Das Einzugsgebiet im Alwin-Lonke-Quartier erfordert dies aber auch. Ab September sollen Spielgeräte wegen Baufälligkeit abgebaut werden.
Landskronastraße Der einzige größere öffentliche Spielplatz im Quartier Marßel leidet stark unter Vermüllung, unter anderem mit Kippen und Glasscherben! Durch fehlende Absicherung können Kinder auf eine kleine Mauer klettern und mehrere Meter tief zum benachbarten Einkaufszentrum abstürzen!
Clamersdorfer Straße Sehr spärlich ausgestattete und stark ungepflegte Anlage. Entsprechend so gut wie gar nicht genutzt. Gras und Disteln erobern sich die Sandflächen erfolgreich zurück. Ein mit Enkelkind anwesender Herr schnaubte empört: "Das ist doch kein Spielplatz hier!"
Schule St. Magnus / Vor den Kampen Bolzplatz und öffentlich zugänglicher Spielplatz an der Schule wird gut genutzt, ist aber auch der einzig brauchbare Platz für ein großes Quartier: Die "Sandkiste" in der Straße Vor den Kampen zwischen Wohnblöcken der Vonovia erinnert an ein großes Katzenklo. Noch primitiver geht es wirklich nicht.
Schulkenstraße Ein weiteres abschreckendes Beispiel, nämlich drei große Betonsockel, eine gemauert eingefasste, marode Sandkiste und eine drehbare Scheibe, in der das Regenwasser stehen bleibt. Unattraktiv - und daher unbesucht.
Spielhaus Lüssumer Heide In einem schwierigen Quartier das personell am besten ausgestattete Bremer Spielhaus. Laut Auskunft eines Mitarbeiters ist durch die Freiwilligkeit der vielfältigen Angebote ein friedliches und erfolgreiches Arbeiten möglich. 

Was lässt sich zusammenfassen?
Die Versorgung mit Spielplätzen ist natürlich eine Frage der Quantität (viele neue Wohnquartiere in Bremen-Nord werden ohne Spielplätze geplant!), aber auch der Qualität. Neben Grundstandards von Sicherheit, Sauberkeit und Pflege fehlt es oft an altersgerechten Spielgeräten für verschiedene Altersgruppen, denn Zweijährige brauchen völlig andere Flächen und Geräte als Grundschulkinder oder noch Ältere. Die Attraktivität der Plätze durch deren Gestaltung und die Art der Spielgeräte ist sehr unterschiedlich, aber schnell erkennbar: Unattraktive Spielplätze haben keine Besucher*innen! "Beton-Spielplätze" sind zumeist langweilig, bei Stürzen oft gefährlich. Unbehandeltes Weichholz dagegen verwittert sehr schnell und somit ist ca. alle 10 Jahre eine komplette Neuausstattung nötig. Vandalismus-Probleme durch Jugendliche sind oftmals "hausgemacht", weil bei fehlenden Alternativ-Angeboten Spielplätze der einzig verbleibende Rückzugsraum für Jugendliche sind. Deshalb sind Spielplätze nicht isoliert zu betrachten. Gut ausgestattete Spiel- und Familienhäuser leisten unschätzbare Dienste für Prävention und Integration. Wohnungsbaugesellschaften und Großvermieter müssen an Betrieb und Unterhalt von Spielplätzen stärker heran gezogen werden. Anzustreben ist, dass die Gestaltung von Spielplätzen von ihren Nutzern mitbestimmt wird. 

Maja Tegeler
Karl Brönnle