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15. April 2011

Beiräte in Horn-Lehe und Walle fordern Auskunft über Unfallrisiken bei Atomtransporten über Stadtteilgebiete

Alle vier Tage im Schnitt geht ein Atomtransport über Bremer Gebiet. Im März letzten Jahres war ein Sattelzug auf der A1 von der Polizei gestoppt worden, der einen verrosteten Container mit 15 t radioaktiven Materials geladen hatte. Der überwiegend Teil der Transporte sind keine schwerbewachten Brennstoff-Transporte wie die „Castoren“, sondern Tanklaster mit flüssigen Abfallprodukten wie Uranhexafluorid. Bei einer Beschädigung des Transportbehälters würde dieses an der Luft verdampfen und in einem Umkreis von bis zu zwei Kilomentern lebensgefährliche Gesundheitsrisiken verursachen.

Diese Atomtransporte waren Thema der gestrigen Beiratssitzungen in Horn-Lehe und Walle. Beide Stadtteilparlamente fordern auf Antrag der LINKEN Auskunft vom Senat, welche Katastrophenpläne für den Fall eines Atomunfalls auf der angrenzenden A27 oder der durch den Stadtteil führenden Bahnlinie existieren und wie die Bevölkerung bei einem solchen Unfall geschützt werden soll.

"Ein Unfall auf der A27 oder auf der durch den Waller Stadtteil führenden Bahnlinie mit einem dieser Transporte hätte dramatische Folgen“, so Michael Horn, Mitglied des Beirats Walle. „Der entstehende Nebel aus giftiger Flusssäure und radioaktiven Uranylfluorid-Partikeln würde sich weit über den Stadtteil ausbreiten. Hier besteht eine sehr reale Gefahrenlage, über die die meisten Einwohner gar nicht informiert sind.“

Der Beirat Horn-Lehe fordert den Senat darüber hinaus auf zu prüfen, ob auf kommunal- oder landespolitischer Ebene Einfluss auf den Streckenverlauf der Atomtransporte genommen werden kann. „Wir freuen uns, dass sich Grüne und SPD unserem Antrag angeschlossen haben“, kommentiert Christoph Spehr, Fraktionssprecher der LINKEN im Beirat. „Damit ist klar, dass der Beirat keine Atomtransporte durch das Beiratsgebiet will. Es geht jetzt darum, welche Instrumente ihm der Senat verschaffen kann, um solche Transporte auch wirklich zu verhindern.“

Auch in den Stadtteilparlamenten von Gröpelingen und Schwachhausen wird das Thema der Atomtransporte durch den Stadtteil auf der Tagesordnung stehen.