5. Juni 2018

AfD bringt Lehrer zum Schweigen

Neutralität ist keine Anleitung zur Gleichgültigkeit!

Unterstützung für AfD-kritische Inhalte im Unterricht unbedingt nötig

Der Weser-Kurier berichtet in seiner heutigen Ausgabe über eine Dienstaufsichtsbeschwerde des Vegesacker Beiratsmitglieds Mergard (AfD) gegen einen Nordbremer Lehrer, der eine Presseerklärung Mergards zur Ökumenischen Starthilfe Grohn im Unterricht thematisiert hatte. In besagter Pressemitteilung wurde der Initiative unter Anderem „Diskriminierung gegen Deutsche“ vorgeworfen – in unseren Augen ein durchschaubar fremdenfeindlicher Vorwurf.

Wer Geflüchtete nach deren Ankunft mit dringend notwendigen Gebrauchsgegenständen unterstützt, verdient jede Anerkennung und keine Abwertung. Schon bei der vorangegangenen Sitzung des Ausschusses für die Betreuung von Flüchtlingen und Asylbewerbern beim Beirat Vegesack kam es zu einer Vielzahl rassistischer Äußerungen bis hin zu einer weitreichenden Kriminalisierung von Geflüchteten durch den Sprecher des Ausschusses Degenhardt von den rechtspopulistischen Bürgern In Wut.

Wenn Lehrer*innen solche Stellungnahmen im Unterricht thematisieren und darüber beispielsweise Argumentationsmuster der Neuen Rechten erklären wollen, ist dies mehr als legitim.

„Politische Bildung ist unverzichtbarer Bestandteil der Inhalte an Schulen und außerschulischen Einrichtungen. Hier müsste auch in Bremen eher noch mehr passieren.“, so Karl Brönnle, Sprecher des Ortsverbands Bremen-Nord der Partei DIE LINKE. "Ein Grundpfeiler dafür ist die Akzeptanz von Vielfalt, sei es kulturell, ethnisch oder geschlechtlich und entsprechend der Einsatz gegen Rassismus und andere Formen der Ausgrenzung. Dazu notwendig sind Aufklärung und offene Diskussionen, nicht deren Verhinderung."

„Wer denjenigen, die diese politische Bildung anschieben, einen Maulkorb verpassen will, handelt zutiefst undemokratisch. Wenn beispielsweise der Sprecher der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) der AfD Nazi-Methoden vorwirft, wenn sie eine Plattform zur Denunziation AfD-kritischer Lehrer*innen plant, hat er vollkommen Recht!“, so Maja Tegeler, Sprecherin für Antifaschismus und Queerpolitik im Landesvorstand DIE LINKE.Bremen. „Wir fordern die Bildungsbehörde und Senatorin Bogedan auf, den betroffenen Lehrer*innen Rückendeckung zu bieten und die Schulen zu politischer Bildung zu ermutigen. Es geht um nicht weniger als eine diskriminierungsfreie Gesellschaft.“, meint Tegeler abschließend.

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