Mit dem Rückzug der Postfiliale aus Blumenthal hat sich auch die Postbank verabschiedet – und damit wird die Möglichkeit für alle ihre Kunden, in Blumenthal Bargeld zu bekommen, äußerst eingeschränkt.
Hieß es bis zum Tage vor der Schließung noch von den Angestellten der Post, dass der Kontoauszugsdrucker und der Bargeldautomat vor Ort verbleiben und von Fremdfirmen bestückt werden würden, entpuppte sich dies am Tage nach der Schließung als Gerücht – die Automaten waren weg.
Das betrifft nicht nur die Kunden der Postbank, auch die Kunden der Bremer Bank, die sich schon vor Jahren aus Blumenthal verabschiedete und inzwischen über die Dresdener Bank zur Commerzbank mutiert ist, konnten sich über die Cash Group am Automaten in der Landrat-Christians-Straße Geld holen.
Nun ist die Situation so, dass die Kunden der in der Cash Group zusammen arbeitenden Banken entweder nach Vegesack fahren müssen oder bei einer Tankstelle in Blumenthal Geld bekommen können – dies aber unter Mißachtung sämtlicher Datenschutz- und Diskretionsrichtlinien, denn das Geldausgabegerät befindet sich auf dem Tresen.
Die einzige Möglichkeit für Postbankkunden ist theoretisch der Besuch der kleinen Postagenturen an der Rönnebecker Straße und an der Betonstraße, die aber in den letzten Tagen durch den großen Kundenansturm zum Monatsende schon an ihre Grenzen gekommen sind. Offenbar ist der Postbank nicht klar gewesen, wie viele Kunden sie in Blumenthal hat.
Betroffen sind besonders ältere und nicht sehr mobile Menschen, die kein Onlinebanking machen und für jeden Kontoauszug, jede Überweisung und jede Bargeldabholung nach Vegesack fahren müssen. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln kostet das etwa vier Euro, die Autofahrer müssen noch weiter bis nach Schönebeck fahren mit entsprechendem Kosten- und Zeitaufwand.
Natürlich bedeutet dies auch eine entsprechend höhere Gefährdung.
Ein Wechsel auf die beiden vor Ort verbliebenen Geldinstitute ist zumindest kostenmäßig nicht wirklich eine Alternative, vor allem eines dieser Institute zeichnet sich dadurch aus, dass es Menschen, die aus irgendwelchen Gründen die elektronischen Eingabegeräte nicht bedienen können, mit höheren Kosten bestraft.
„Wir können natürlich als Politiker Privatfirmen nicht deren Geschäftspolitik vorschreiben“ sagt Anke Krohne, Fraktionssprecherin der Linken im Beirat Blumenthal. „Wir appellieren aber an die betroffenen Geldinstitute Commerzbank und Postbank, für Abhilfe zu sorgen und Bargeldautomat sowie Kontoauszugsdrucker umgehend wieder in Blumenthal in einer sicheren Umgebung zur Verfügung zu stellen. Den betroffenen Kunden raten wir, sich möglichst schriftlich bei ihren Geldinstituten zu beschweren und nachdrücklich auf die Missstände hinzuweisen.“