29. November 2016

Bespaßung durch 1-Euro-Kräfte?

Der Alte Speicher während der Nutzung durch das Spicarium


Linksfraktion Vegesack fordert: Kein Einsatz von "Ein-Euro-Kräften" im Geschichtenhaus

Die Linksfraktion Vegesack übt erneut Kritik an der Nutzung des Alten Speichers mithilfe von „In-Jobs“ durch den Beschäftigungsträger bras. "Ein-Euro-" oder "In-Jobs" sind keine regulären Arbeitsverhältnisse, sondern eine Form moderner, staatlich finanzierter Zwangsarbeit.

„Eine Arbeit, zu der Menschen gezwungen werden, demütigt und demoralisiert die Betroffenen. Müssen sie dazu in Kostümen auftreten und Geschichten aus vergangenen Zeiten erzählen, kann dies bei manchen Zwangsverpflichteten das Gefühl auslösen, sich der Lächerlichkeit preiszugeben.“, meint Diplom-Psychologin Britta Littke-Skiera von der Linksfraktion Vegesack.
Dieser Meinung ist auch der Jurist Ulrich Stuwe. „Wenn In-Jobber sich unter Androhung von Sanktionen zum Clown machen müssen, verletzt das zusätzlich ihre Würde und ist daher nicht mit Art.1, Absatz 1 des Grundgesetzes vereinbar.“, sagt er.
Weiterhin ist unklar, inwiefern die persönliche und gesundheitliche Eignung der betroffenen Ein-Euro-Kräfte für diese Arbeit berücksichtigt wird. Das Geschichtenhaus im Rahmen der "Maritimen Meile" darf daher nach Ansicht der Linksfraktion Vegesack nicht auf dem Rücken von Ein-Euro-Kräften umgesetzt werden.

Für Fraktionssprecher Sabri Kurt stellt sich darüber hinaus die Frage, inwiefern ein solches Angebot überhaupt ausreichend im Rahmen der Maritimen Meile angenommen wird. „Im Jahr 2014 erhielt das Spicarium Subventionen von € 150.000, hatte aber nur und 6000 Gäste. Dieses Problem wird auch die bras in Zukunft nicht lösen können.“, ist er sich sicher „Außerdem muss man sich darüber im Klaren sein, mit dem Besuch des Geschichtenhauses Zwangsarbeit zu
unterstützen.“


Sabri Kurt /  Britta Littke-Skiera / Ulrich Stuwe