20. Oktober 2016

Erst Stadtbibliothek, dann Meldestelle und nun Polizei-Revier: Senat zieht öffentliche Infrastruktur aus Blumenthal ab

Medienberichten zufolge soll die Stelle des Revierleiters in Blumenthal nicht wieder besetzt werden. Das ist ein deutlicher Hinweis auf die beabsichtigte Schließung des Blumenthaler Polizeireviers und dessen Rückstufung auf eine KOP-Dienststelle. Die Hiobsbotschaften für den ohnehin stark gebeutelten Stadtteil Blumenthal häufen sich in letzter Zeit extrem.

„Seit langem werden im Stadtteil öffentliche Angebote abgebaut und somit Blumenthal förmlich ausgeblutet“, stellte die Fraktionssprecherin der LINKEN im Stadtteilparlament, Anke Krohne, fest. Vor Jahren verließen bereits die Zweigstelle der Stadtbibliothek, mehrere Banken, die Postfiliale  und die Meldestelle den Stadtteil. Vor einigen Monaten folgte die Nachricht, dass  die ehrenamtlich betriebene Bibliothek verzweifelt neue Räume sucht,  weil sie aus öffentlichen Räumen ausziehen muss.  Weiter ging es mit der Information, dass drei Ärzte in Lüssum-Bockhorn keine Nachfolger für ihre Praxen finden und daher zukünftig von einer ärztlichen Unterversorgung im Stadtteil auszugehen ist. Kurz darauf teilte die BSAG mit, Taktzeiten und Buslinien zu verringern und teilweise aufgeben zu wollen.

"Die Lebensqualität für die Einwohner Blumenthals verringert sich nicht nur gefühlt“, meint die Linkspartei-Politikerin.  „Die Bürger in unserem Stadtteil müssen weitere Wege zu  Behörden oder Ärzten in Kauf nehmen, die mit höheren Kosten verbunden sind und mit schlechter werdenden Verbindungen bewältigt werden müssen. Das ist nicht bürgerfreundlich“, kritisiert Krohne.

Sie fragt sich, warum der Senat das inzwischen leer stehende Blumenthaler Rathaus nicht zu einem sogenannten Bürgerhaus umwidmet, in dem die Stadtteil-Polizei, die Bibliothek und weitere Behörden untergebracht werden. „Dieses Gebäude wäre durch seine Lage im Blumenthaler Zentrum  ein gut erreichbarer Treffpunkt“, regt die Beirätin an.