22. Juni 2017

Linksfraktion Vegesack fordert unbefristeten Erhalt der Neonatologie in Aumund

Linksfraktion Bremen Vegesack
PRESSEMITTEILUNG

Kontaktmöglichkeiten zwischen Eltern und Kind nicht erschweren,
Gefahren durch Transport vermeiden
Linksfraktion Vegesack fordert unbefristeten Erhalt der Neonatologie in Aumund

Eine Frühgeburt stellt für die Eltern, vor allem aber für das Frühgeborene, eine extreme Belastung
dar. Von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung des Kindes ist aus medizinischer und
psychologischer Sicht neben der Vermeidung einer Gefährdung für das Kind, dass sich die Eltern
von Anfang an intensiv um ihr Kind kümmern. Für Frühchen gilt das in ganz besonderem Maße.
Wenn die Frühgeborenenstation teilweise in das Klinikum Mitte verlegt wird und Frühchen direkt
nach der Geburt aus Bremen-Nord dorthin transportiert werden müssen, bedeutet das eine
extreme Gefährdung für die betroffenen Kinder. Es handelt sich hier um nicht voll entwickelte,
extrem zarte Kinder, die in Lebensgefahr schweben und die besonderer Pflege und Fürsorge
bedürfen. Deshalb muss auch die Möglichkeit des regelmäßigen und ausreichenden Kontaktes
zwischen Eltern und Kind gewährleistet sein.

Darüber hinaus muss das Familienleben aufrechterhalten werden, inklusive der Betreuung von
Geschwisterkindern – auch, wenn die Mutter alleinerziehend ist. Für Familien, die mobil sind, ist
dies vielleicht unter sehr großen Anstrengungen zu schaffen. Für Familien, die auf öffentliche
Verkehrsmittel angewiesen sind, ist es überhaupt nicht zu bewältigen. Weite Wege in die
Kinderklinik zur Frühgeborenenstation verbieten sich daher. Deshalb ist es auch nicht im Sinne
der Nordbremer Bevölkerung, Frauen mit Risikoschwangerschaften nach Bremen-Mitte zu
verlegen, um riskante Frühgeborenentransporte zu vermeiden.

Die Linksfraktion Vegesack übt aus diesen Gründen scharfe Kritik an den Plänen zur Schließung
der Neonatologie und schließt sich den politischen Forderungen nach einer Aufrechterhaltung der
Neonatologie in Aumund an. Bei den Frühgeborenen handelt es sich um Kinder, die ein Recht
darauf haben, dass alles getan wird, um ihr Leben zu retten und ihnen zu einem bestmöglichen
Start ins Leben zu verhelfen. Das Aufrechnen von Menschenleben in Prozenten durch
Gesundheitssenatorin Eva Quante-Brandt lehnt die Linksfraktion Vegesack deshalb entschieden
ab.

Sabri Kurt (Sprecher)
Britta Littke-Skiera
Ulrich Stuwe