2. Dezember 2016

Wieder Verlust des Frühgeborenenangebotes am Klinikum Bremen-Nord?

Das Klinikum Bremen-Nord verliert - schon wieder - einen Teil der Frühgeborenenstation
 
Diese  Nachricht in der Presse gab es schon einmal: Im Jahre 2009 wurde ebenfalls mitgeteilt, dass die Frühgeborenenstation vom Klinikum Nord zum Klinikum Mitte verlegt werden sollte. So geschah es damals auch, bis im Jahre 2011 dort der Keimskandal auftrat. Also alles wieder auf Anfang: Anno 2012 wurde eine vollständig neu aufgebaute und renovierte Neonatologie-Station im Klinikum Bremen-Nord feierlich eröffnet. Sie hat sich - genau wie ihre Vorgängerin wenige Jahre zuvor - einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Trotzdem soll ein Teil der Neonatologie, nämlich die Allerkleinsten,  nun wieder  ins Klinikum Mitte umziehen. 2012 wurde behauptet, dass die Frühgeborenenstation in Bremen-Nord eine Dauerlösung sein solle. Dass Dauerlösungen für die Regierungsparteien in Bremen ein Verfalldatum von vier Jahren haben, wurde nicht erwähnt.

Begründet wird die geplante Verlegung mit noch besseren Versorgungsmöglichkeiten in der St. Jürgen Straße und beschwichtigend wird mitgeteilt, dass es sich um maximal 20 Fälle im Jahr handeln würde. Hier handelt es sich aber um "alte" Zahlen, denn seit diesem Jahr gehört die neue ZAST zum Einzugsbereich des Klinikums, außerdem sind viele junge Flüchtlingsfamilien zugezogen, so dass zumindestens theoretisch mit einem Ansteigen der Fälle zu rechnen ist.
 
Der Kliniksprecher Rolf Schlüter wird in der örtlichen Presse zitiert " Damit ein Kind bindungsfähig sei, brauche es die drei Monate, die einige Frühchen zu voreilig das Licht der Welt erblicken. „Die Mutter ist idealerweise in der Klinik und hat das Kind am Körper. Und dann ist egal, ob das in Bremen-Mitte ist.“
 
Das ist eben nicht egal, denn viele Mütter haben mehrere Kinder - wenn sie sich drei Monate im ZKH Mitte um ihr Frühgeborenes kümmern müssen, wer versorgt die andern Kinder? Wie kann die Mutter ihr soziales Umfeld aufrecht erhalten, wenn sie weit weg im Klinikum Mitte ist? Wie kann der Vater sein Frühgeborenes täglich besuchen? Die Wege sind vor allem für nichtmotorisierte Eltern lang, zeitaufwendig und teuer.
 
Die Linksfraktionen in Blumenthal und Vegesack fordern den Senator für Gesundheit und die GENO auf, eine umfassende Frühgeborenenversorgung weiterhin in Bremen-Nord zu gewährleisten. Falls es tatsächlich zur Verlagerung kommt, wird die GENO aufgefordert, mit einem Pendelbus oder ähnlichem die Wege für Eltern und Geschwisterkinder zeitlich und finanziell zu erleichtern und sicherzustellen.

Für die Linksfraktion Vegesack: Fraktionssprecher Sabri Kurt
Für die Linksfraktion Blumenthal: Fraktionssprecherin Anke Krohne