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Erfolg für die Besetzer*innen der Dete – Das Problem heißt Gentrifizierung!

Gestern Abend wurde zwischen den Besetzer*innen der Dete und dem Senat eine Einigung über das weitere Vorgehen erzielt: Die Versorgung mit Strom, Wasser und Heizung wird auf den Weg gebracht; die Besetzer*innen klären für sich, wie sie das Gebäude nutzen wollen; eine baurechtliche Begehung wird prüfen, welche Nutzungen möglich sind bzw. ermöglicht werden können. Die Bausenatorin und die Frauensenatorin kümmern sich um einen unbefristeten Alternativraum für FLINTA*Personen, falls sich die Dete als nicht nutzbar erweist bzw. für den Zeitpunkt, wenn die Nutzung dort abläuft. Der Prozess, der die Zwischennutzung der Dete rechtlich absichert, wird im engen Austausch mit den Besetzer*innen geführt. Im Gegenzug wurden die Straßen vor dem Gebäude von den Besetzer*innen umgehend geräumt.

Dazu erklären die Landessprecher*innen der Bremer LINKEN, Cornelia Barth und Christoph Spehr:

Cornelia Barth: „Wir freuen uns über den Erfolg, den die Besetzer*innen der Dete erzielen konnten. Mit ihrer Aktion haben sie auf zwei dringende Probleme hingewiesen: Es fehlen Freiräume für queer-feministische Selbstorganisation, während potenzieller Wohn- und Kulturraum aus spekulativen Interessen leer steht. Dass dieser Skandal so offensichtlich ist, hat zu der schnellen und großen Solidarisierung mit den Besetzer*innen beigetragen. Sie haben sich einen Raum erkämpft, egal ob die Dete sich als nutzbar erweist oder nicht. Respekt für das Vorgehen der Besetzer*innen – sie haben präzise, organisiert und überlegt agiert. Dass die Polizei immer wieder Ultimaten in die Welt setzte und eine Konfrontation in Kauf nehmen wollte, hat dem Prozess dagegen nicht geholfen.“

Christoph Spehr: „Weiterhin gilt: Das Problem heißt Gentrifizierung. Städtische Freiräume werden durch Kommerzialisierung verdrängt, bezahlbares Wohnen durch Luxusappartements. Statt Leben und Kultur im Stadtteil gammeln Bauruinen vor sich hin, weil der Profit aus der Bodenpreisentwicklung gezogen wird. Sich dagegen zu stemmen, wird weiterhin Mobilisierung und Kreativität erfordern – aber auch eine städtische Politik, die entschlossener vorgeht als bisher. Keine Entwicklungsprojekte ohne Mehrwert für den Stadtteil, keine Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen, Sicherung von bezahlbaren Mieten durch Erbpacht und Nießbrauch. Es gibt mehr Möglichkeiten, als hilflos zuzusehen – das haben die Besetzer*innen eindrucksvoll gezeigt.“