Safe Abortion Day: Schwangerschaftsabbrüche müssen sicher und selbstbestimmt möglich sein
Zum Safe Abortion Day am 28. September fordert Sofia Heuser, gleichstellungspolitische Sprecherin der Linken in Bremen, eine sichere und verlässliche Versorgung mit Schwangerschaftsabbrüchen und stellt sich gegen antifeministische Angriffe auf Selbstbestimmungsrechte.
Im Land Bremen wurde 2025 kein Schwangerschaftsabbruch aufgrund einer kriminologischen Indikation durchgeführt. Gleichzeitig ist geschlechtsspezifische Gewalt im vergangenen Jahr insgesamt angestiegen. Für Betroffene, die infolge einer Vergewaltigung schwanger werden, muss der Zugang zu einem Schwangerschaftsabbruch möglichst unkompliziert sein. Bei einer kriminologischen Indikation entfallen die verpflichtende Beratung und die dreitägige Wartefrist; die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen.
„Menschen, die nach sexualisierter Gewalt ungewollt schwanger sind, dürfen nicht zusätzlich mit finanziellen und bürokratischen Hürden belastet werden. Ärzt*innen müssen besser darüber informiert sein, unter welchen Voraussetzungen eine kriminologische oder medizinische Indikation möglich ist. Es geht darum, Betroffene zu entlasten und ihnen einen sicheren Schwangerschaftsabbruch zu ermöglichen ohne zusätzliche Beratungspflicht und ohne dass sie die Kosten selbst tragen müssen.“, erklärt Sofia Heuser.
Die Versorgung mit Schwangerschaftsabbrüchen ist in Bremen derzeit grundsätzlich gut aufgestellt. Sie muss aber langfristig abgesichert werden. Gerade in Bremerhaven besteht Handlungsbedarf. Auch eine barrierefreie gynäkologische Versorgung gehört zu einer sicheren Versorgung mit Schwangerschaftsabbrüchen ist im Land Bremen noch nicht überall gewährleistet. "Die Versorgung ist auf zu wenigen Schultern verteilt und die Krankenhäuser, besonders die christlichen, tragen viel zu wenig zu einer guten Versorgung bei.", ergänzt Sofia Heuser.
Gleichzeitig nehmen die gesellschaftlichen Angriffe auf reproduktive Selbstbestimmung zu: „Der Angriff auf körperliche Selbstbestimmung ist Teil des antifeministischen Rechtsrucks, den wir erleben. Rechtsextreme, evangelikale und radikal-konservative Kräfte stellen reproduktive Rechte zunehmend infrage. Auf der Straße, in ihren Beratungsstellen oder von der Kanzel. Diese Angriffe schaffen Angst und Stigmatisierung. Dahinter steht aus unserer Sicht nicht der Schutz des Lebens, sondern der Versuch, Kontrolle über die Körper von FLINTA* auszuüben. Dem stellen wir uns entschieden entgegen“, erklärt Heuser abschließend.
