Schulkonsens: Ein ‚Weiter so‘ darf es nicht geben!
Zum Gutachten zur Evaluation des „Bremer Konsens zur Schulentwicklung 2018 – 2028“ erklären Miriam Strunge, bildungspolitische Sprecherin der Bremer Fraktion Die Linke, und Anna Fischer, Bremer Landessprecherin der Partei Die Linke:
Miriam Strunge:
„Wir müssen die Ergebnisse des Gutachtens sehr ernst nehmen. Es benennt sehr konkret, welche Veränderungen notwendig sind, um die Bildungsqualität in Bremen zu verbessern. Für uns ist das ein klarer Handlungsauftrag: Wir brauchen eine bessere Ausstattung in der Inklusion, den Ausbau von Schulsozialarbeit und systemische Assistenzen, mehr Sonderpädagogik und Sozialarbeit an Berufsschulen, mehr Beratungszeit durch die regionalen Beratungs- und Unterstützungszentren sowie die Ausweitung von Sprachförderung. Diese Qualitätsverbesserungen sind nicht zum Nulltarif zu haben, sondern kosten Geld, welches wir bereitstellen müssen.
Besonders wichtig ist für uns die Empfehlung des Gutachtens, ein langes gemeinsames Lernen in Bremen zu etablieren. Denn Bildungschancen dürfen nicht davon abhängen, wie viel Unterstützung und Wissen ein Kind aus seinem Elternhaus bekommt. Ein Aussortieren von Schüler*innen nach der vierten Klasse halten wir nicht für zeitgemäß, weil alle Kinder die gleichen Chancen verdienen. Wir sind davon überzeugt, dass von einer inklusiven Schule mit einer vielfältigen Schülerschaft alle profitieren. Durch längeres gemeinsames Lernen und die Umsetzung der Empfehlungen des Gutachtens, schaffen wir gerechte Chancen für alle Kinder.“
Anna Fischer:
„Eine Fortführung des bisherigen Zustandes bedeutet Stillstand und deshalb wird es ein ‚Weiter so‘ mit uns nicht geben. Wir brauchen ein verändertes und gerechteres Schulsystem. Deshalb fordern wir Modellvorhaben wie die Gemeinschaftsschule, um neue Schulstrukturen zu erproben. Wir wollen insbesondere, dass sich Gymnasien zu Oberschulen oder zu Gemeinschaftsschulen weiterentwickeln können. Ein neuer Schulkonsens muss echte Veränderungen ermöglichen und Bildungsgerechtigkeit als Fokus haben – nur dann sind wir gesprächsbereit.“

