Zum Hauptinhalt springen
btrhdr

Einführung eines Umwelt- und Sozialatlasses für Bremen – nach dem Vorbild des Berliner Umweltatlas

Gröpelingen

Bremen, 18.08.2025
Antrag zur Vorlage in der Sitzung des Beirats Gröpelingen am 02.09.2025
Einführung eines Umwelt- und Sozialatlasses für Bremen – nach dem Vorbild des Berliner Umweltatlas

Der Beirat Gröpelingen möge beschließen:
Der Senat der Freien Hansestadt Bremen wird aufgefordert, die Entwicklung und Umsetzung eines umwelt- und sozialraumbezogenen Kartierungssystems für das Bremer Stadtgebiet auf den Weg zu bringen – in Anlehnung an den Berliner Umweltatlas. Dieses System soll Umweltbelastungen, gesundheitliche Risiken und soziale Benachteiligung auf Ebene der Ortsteile und Quartiere sichtbar machen und regelmäßig aktualisiert veröffentlichen.

Der Beirat Gröpelingen wird weitere Beiräte zur Unterstützung dieses Anliegens gewinnen und anregen, den Antrag in die Beirätekonferenz einzubringen.

Begründung:
In zahlreichen Bremer Stadtteilen – besonders in Gröpelingen, Hemelingen, Walle, Blumenthal oder Tenever – kumulieren mehrere Belastungsfaktoren: hohe Lärm- und Luftbelastung, geringe Grünversorgung, bauliche Dichte, Hitzeinseln sowie überdurchschnittliche soziale Benachteiligung. Diese Mehrfachbelastungen haben direkte Auswirkungen auf die Gesundheit, Lebensqualität und Teilhabechancen der Bewohner:innen. Aktuell fehlt es jedoch in Bremen an einem integrierten, öffentlichen Werkzeug, das diese komplexen Zusammenhänge raumbezogen darstellt und für Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit nutzbar macht.

Der Berliner Umweltatlas (https://www.berlin.de/umweltatlas/mensch/umweltgerechtigkeit/) kann hier als Vorbild dienen. In Berlin werden vielfältige Daten aus Umwelt, Stadtplanung, Gesundheit und Soziales visuell aufbereitet und ermöglichen eine gezielte, gerechte und nachhaltige Stadtentwicklungspolitik (https://www.berlin.de/umweltatlas/mensch/umweltgerechtigkeit/2022/karten/. Dieses Modell lässt sich für Bremen adaptieren.

Ziele des Umwelt- und Sozialatlasses:
- Identifikation von Mehrfachbelastungen („Hot Spots“) im Stadtgebiet
- Grundlage für eine sozial und ökologisch gerechte Stadtplanung
- Orientierungshilfe für Fördermittel, Infrastrukturinvestitionen und Klimaanpassung
- Stärkung der Transparenz und Beteiligung in den Stadtteilen
- Unterstützung bei ressortübergreifendem Verwaltungshandeln

Vorgehen (Vorschläge):
1. Der Senat legt ein Fachkonzept zur Entwicklung des Atlasses vor, unter Beteiligung der Beiräte und relevanter Fachressorts (Umwelt, Stadtentwicklung, Gesundheit, Statistik etc.).
2. Bestehende Daten werden gesichtet und bei Bedarf durch neue Erhebungen ergänzt.
3. Der Atlas wird als öffentlich zugängliches Online-Portal mit interaktiven Karten entwickelt.
4. Die regelmäßige Aktualisierung und Fortschreibung wird sichergestellt.
5. Die Beiräte erhalten Zugriff und Beteiligungsmöglichkeiten an der inhaltlichen Ausgestaltung.

Weiteres Vorgehen:
Der Beirat Gröpelingen ruft andere Beiräte dazu auf, diesen Antrag zu unterstützen und sich gemeinsam in der Beirätekonferenz für die Umsetzung einzusetzen. Ziel ist es, stadtteilbezogene Umwelt- und Gesundheitsgerechtigkeit als strategisches Ziel in der Bremer Stadtentwicklungspolitik zu verankern.

Dieter Winge und die Fraktion die LINKE im Beirat Gröpelingen

Zurück zum Kopf der Seite