Vollständige Besetzung der vier geplanten Stellen für Prävention im Rahmen der Integrierten Drogenhilfestrategie
Antrag zur Vorlage auf der Sitzung des Beirates Gröpelingen am 10.09.2025
Der Beirat Gröpelingen möge beschließen:
Der Beirat fordert den Senat sowie die zuständigen Ressorts – insbesondere die Senatorin für Kinder und Bildung sowie die Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz – auf, die in der integrierten Drogenhilfestrategie vorgesehenen vier Stellen für Präventionsarbeit vollständig im Bereich der Suchtprävention einzusetzen und die sachfremde Verwendung einer Stelle im allgemeinen Bildungsbereich („Zusammenleben in Schule“, Kompetenzstelle für nachhaltigen Schulfrieden und konstruktive Konfliktkultur Zusammenleben in Schule - Landesinstitut für Schule ), umgehend zu korrigieren.
Begründung:
Die integrierte Drogenhilfestrategie der Stadt Bremen basiert auf dem 4-Säulen-Prinzip (Prävention, Repression/Regulierung, Schadensminimierung/Überlebenshilfen, Beratung/Therapie). Dabei kommt der Prävention eine besondere Bedeutung zu, insbesondere in von Armut und sozialer Ungleichheit besonders betroffenen Stadtteilen wie Gröpelingen.
Gröpelingen ist – wie auch aus der Strategie selbst hervorgeht – ein Stadtteil, der von der Ausbreitung der offenen Drogenszene, insbesondere des Crack-Konsums, zunehmend betroffen ist.
Gleichzeitig sind die sozialen Belastungen überdurchschnittlich hoch: Kinderarmut, Arbeitslosigkeit, Bildungsbenachteiligung und mangelnde gesundheitliche Versorgungslagen bilden einen Nährboden für Suchtentwicklungen.
Die ursprünglich vorgesehene Einrichtung von vier Präventionsstellen war ausdrücklich darauf ausgelegt, diesen Entwicklungen frühzeitig entgegenzuwirken. Präventionsarbeit, insbesondere im Lebensumfeld junger Menschen (Schulen, Freizeitbereiche, Jugendhilfe), ist entscheidend, um Suchtverläufe zu verhindern, Alternativen aufzuzeigen und gefährdete Gruppen zu stärken. Dass aktuell nur drei der vier Stellen besetzt wurden und eine Stelle sachfremd im allgemeinen Bildungsbereich eingesetzt wurde, konterkariert die Zielsetzung der Drogenhilfestrategie und verschärft bestehende Versorgungsdefizite.
Gerade in einem Stadtteil wie Gröpelingen, der mit multiplen Problemlagen konfrontiert ist, muss Prävention flächendeckend, niedrigschwellig und professionell erfolgen. Dazu braucht es ausreichendes und entsprechend eingesetztes Personal.
Der Beirat fordert daher:
1. Die sofortige Rückführung der sachfremd eingesetzten Stelle in den Bereich der Suchtprävention.
2. Die vollständige Besetzung aller vier vorgesehenen Präventionsstellen, wie im Maßnahmenkatalog der integrierten Drogenhilfestrategie vorgesehen.
3. Eine vorrangige Berücksichtigung benachteiligter Stadtteile wie Gröpelingen bei der Einsatzplanung des Präventionspersonals.
Begründung der Dringlichkeit:
Mit jeder Verzögerung in der Umsetzung wirksamer Präventionsmaßnahmen steigt die Zahl junger
Menschen, die keine ausreichende Unterstützung erhalten, sowie das Risiko einer Verfestigung der
Drogenszene in den Stadtteilen. Um die sozialen Folgen und gesundheitlichen Risiken langfristig einzudämmen, braucht es jetzt die Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen.
Dieter Winge und die Fraktion die LINKE im Beirat Gröpelingen
